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Mittwoch, 30. September 2009
Arbeit - Freizeit - Wahlen
barrakuda, 19:00h
Hallo!
Nun arbeite ich bereits seit fast zwei Wochen und bin dabei bereits durch einige Auf und Abs gegangen.
Bedauerlich finde ich, dass wir hier zwei Wochen lang für dutzende Theorieveranstaltungen verpflichtet wurden, auf unsere eigentliche Aufgabe aber kaum vorbereitet wurden. Meine Einführung in meine Tätigkeit in der Wohngruppe bestand in einer halbstündigen Einweisung, welche Formulare und Protokolle ich täglich auszufüllen habe. Dann wurde ich mit der Anweisung, den ersten Tag doch mit Aktenstudium zu verbringen, mit den zwei Klienten alleine gelassen. Auch auf Nachfragen an den folgenden Tagen, wie ich denn z.B. den Abend gestalten solle, konnte man mir nichts anderes mitteilen, als dass wir Abendessen machen sollen. Dieses ist natürlich strickt geregelt. Jeder Klient hat einen Diätplan. Jede Mahlzeit und Zwischenmahlzeit ist bis auf das Gramm genau festgelegt. Meine Aufgabe ist es, dass dieser Plan eingehalten wird. Jedoch weigert sich der 24-jährige Klient sowohl die Lebensmittel nach Plan einzukaufen, als auch zuzubereiten. Meiner Meinung nach durchaus verständlich.
Mein persönliches Ziel für die Klienten ist es, mit ihnen möglichst viele Aktivitäten auszuüben. Dieses ist jedoch äußerst schwierig. Jeder Klient bekommt ca. 30 bis 40 $ Taschengeld pro Woche. Davon muss er alle Freizeitaktivitäten und Einkäufe (ausgenommen den wöchentlichen Großeinkauf an Lebensmitteln) bezahlen. Da die Wohnung neu bezogen wurde, ist diese praktisch leer. Aber auch neue Einrichtungsgegenstände müssen von dem Geld bestritten werden. Das Geld wird den Klienten jeden Freitag ausgehändigt. Bereits am Samstag ist es von ihnen für Fast Food komplett verbraucht worden. D.h., dass für den Rest der Woche kein Geld mehr zur Verfügung steht. Dadurch sind die Mobilität und die Möglichkeiten für Aktivitäten sehr eingeschränkt.
Oftmals ist derjenige von beiden Klienten, um den ich mich eigentlich hauptsächlich kümmern soll, gar nicht da. Zwar schon 36 Jahre alt, hängt er noch sehr an seiner Familie und geht daher oft nach der Arbeit nicht nach Hause, sondern zu seinen Eltern. Mit dem 24-jährigen wurde es diese Woche deutlich besser, da wir auf Arbeitssuche gegangen sind, was ihn optimistisch stimmt, künftig wieder eine Beschäftigung zu haben.
An den Wochenenden gehen wir weiter auf Tour durch Washington und Umgebung. In letzter Zeit steht dabei eher die Umgebung an, da wir nach zwei Monaten in DC schon das meiste abgegrast haben und uns die In-Door-Aktivitäten für den Winter aufheben wollen, der ja nun auch nicht mehr in sooo weiter Ferne ist. Das haben wir am letzten Wochenende gemerkt. Für Samstag hatten wir einen Ausflug zum Great Falls National Park geplant. Wegen Regens fiel das ins Wasser und nun hoffentlich auf nächsten Samstag. Als Ersatz dient in solchen Fällen, vor allem auf Grund der Unnachgiebigkeit unserer Frau in der Runde, oftmals Shopping oder auch ein Besuch in einer der Sehenswürdigkeiten wie z. B. der katholischen Basilika zur Unbefleckten Empfängnis:
An der Bundestagswahl habe ich bereits vor drei Wochen per Briefwahl teilgenommen. Da unsere Landratswahl nun bereits in einer Stichwahl mündet, bin ich gespannt, ob ich dafür auch rechtzeitig meine Wahlunterlagen bekomme. Die Wahl an sich habe ich am Sonntag mit den hiesigen Auslandsgrünen in der Deutschen Botschaft verfolgt. Wirklich zum ausgelassen feiern ist das Bundestagswahlergebnis natürlich nicht. Allerdings hat Merkel die CDU in den vergangenen Jahren so weich gespült, dass ich mir von ihr keinen wirklichen Verschlechterungen verspreche. Verbesserungen aber auch nicht. Nur die Klimapolitik macht mir ernsthaft Sorgen. Und das Biblis und Krümmel etc. nun wahrscheinlich länger laufen werden.
Immerhin habe ich nun Obama. Aber wie uns Reinhard Bütikofer auf einem Grünen Treffen gestern erklärt hat, ist es alles andere als sicher, dass dieser sein Klimapaket durchs Parlament bekommt.
Viele liebe Grüße
Simon
Nun arbeite ich bereits seit fast zwei Wochen und bin dabei bereits durch einige Auf und Abs gegangen.
Bedauerlich finde ich, dass wir hier zwei Wochen lang für dutzende Theorieveranstaltungen verpflichtet wurden, auf unsere eigentliche Aufgabe aber kaum vorbereitet wurden. Meine Einführung in meine Tätigkeit in der Wohngruppe bestand in einer halbstündigen Einweisung, welche Formulare und Protokolle ich täglich auszufüllen habe. Dann wurde ich mit der Anweisung, den ersten Tag doch mit Aktenstudium zu verbringen, mit den zwei Klienten alleine gelassen. Auch auf Nachfragen an den folgenden Tagen, wie ich denn z.B. den Abend gestalten solle, konnte man mir nichts anderes mitteilen, als dass wir Abendessen machen sollen. Dieses ist natürlich strickt geregelt. Jeder Klient hat einen Diätplan. Jede Mahlzeit und Zwischenmahlzeit ist bis auf das Gramm genau festgelegt. Meine Aufgabe ist es, dass dieser Plan eingehalten wird. Jedoch weigert sich der 24-jährige Klient sowohl die Lebensmittel nach Plan einzukaufen, als auch zuzubereiten. Meiner Meinung nach durchaus verständlich.
Mein persönliches Ziel für die Klienten ist es, mit ihnen möglichst viele Aktivitäten auszuüben. Dieses ist jedoch äußerst schwierig. Jeder Klient bekommt ca. 30 bis 40 $ Taschengeld pro Woche. Davon muss er alle Freizeitaktivitäten und Einkäufe (ausgenommen den wöchentlichen Großeinkauf an Lebensmitteln) bezahlen. Da die Wohnung neu bezogen wurde, ist diese praktisch leer. Aber auch neue Einrichtungsgegenstände müssen von dem Geld bestritten werden. Das Geld wird den Klienten jeden Freitag ausgehändigt. Bereits am Samstag ist es von ihnen für Fast Food komplett verbraucht worden. D.h., dass für den Rest der Woche kein Geld mehr zur Verfügung steht. Dadurch sind die Mobilität und die Möglichkeiten für Aktivitäten sehr eingeschränkt.
Oftmals ist derjenige von beiden Klienten, um den ich mich eigentlich hauptsächlich kümmern soll, gar nicht da. Zwar schon 36 Jahre alt, hängt er noch sehr an seiner Familie und geht daher oft nach der Arbeit nicht nach Hause, sondern zu seinen Eltern. Mit dem 24-jährigen wurde es diese Woche deutlich besser, da wir auf Arbeitssuche gegangen sind, was ihn optimistisch stimmt, künftig wieder eine Beschäftigung zu haben.
An den Wochenenden gehen wir weiter auf Tour durch Washington und Umgebung. In letzter Zeit steht dabei eher die Umgebung an, da wir nach zwei Monaten in DC schon das meiste abgegrast haben und uns die In-Door-Aktivitäten für den Winter aufheben wollen, der ja nun auch nicht mehr in sooo weiter Ferne ist. Das haben wir am letzten Wochenende gemerkt. Für Samstag hatten wir einen Ausflug zum Great Falls National Park geplant. Wegen Regens fiel das ins Wasser und nun hoffentlich auf nächsten Samstag. Als Ersatz dient in solchen Fällen, vor allem auf Grund der Unnachgiebigkeit unserer Frau in der Runde, oftmals Shopping oder auch ein Besuch in einer der Sehenswürdigkeiten wie z. B. der katholischen Basilika zur Unbefleckten Empfängnis:
An der Bundestagswahl habe ich bereits vor drei Wochen per Briefwahl teilgenommen. Da unsere Landratswahl nun bereits in einer Stichwahl mündet, bin ich gespannt, ob ich dafür auch rechtzeitig meine Wahlunterlagen bekomme. Die Wahl an sich habe ich am Sonntag mit den hiesigen Auslandsgrünen in der Deutschen Botschaft verfolgt. Wirklich zum ausgelassen feiern ist das Bundestagswahlergebnis natürlich nicht. Allerdings hat Merkel die CDU in den vergangenen Jahren so weich gespült, dass ich mir von ihr keinen wirklichen Verschlechterungen verspreche. Verbesserungen aber auch nicht. Nur die Klimapolitik macht mir ernsthaft Sorgen. Und das Biblis und Krümmel etc. nun wahrscheinlich länger laufen werden.
Immerhin habe ich nun Obama. Aber wie uns Reinhard Bütikofer auf einem Grünen Treffen gestern erklärt hat, ist es alles andere als sicher, dass dieser sein Klimapaket durchs Parlament bekommt.
Viele liebe Grüße
Simon
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