Mittwoch, 14. Oktober 2009
Philly
Hi Deutschland!

Gestern war in den USA Columbus Day und damit Feiertag. Sabine, Jerry und ich hatten deshalb beschlossen, Washington Washington sein zu lassen und uns eine andere Stadt anzusehen. Unsere Wahl fiel dabei auf Philadelphia: Eine der ältesten Städte der USA, bis ins Jahr 1800 auch deren Hauptstadt und vor allem Unterzeichnungsort der Unabhängigkeitserklärung. Das schien uns genügend Stoff für drei Tage zu bieten.

Am Samstagmorgen ging es los. Für die Reise hatten wir uns für Bahntickets entschieden. Zwar nicht die kostengünstigste, aber eine schnelle, konfortable und auch ökologische Art zu reisen. An den hiesigen Bahnhöfen gibt es Gates, wie an Flughäfen und man wird auch zum Boarding gebeten. Zum Glück fanden aber keine Sicherheitskontrollen statt. Nur ein Hund schnüffelte mal kurz an jedem Passagier.

In Philadelphia entschlossen wir uns, wegen der wenigen Zeit, welche uns zur Verfügung stand, eine Stadtführung mit einem Doppeldeckerbus zu buchen. An 21 Stationen konnte man diesen verlassen und bei einem beliebigen anderen Bus wieder einsteigen. Ohne Aussteigen hatten wir so in 90 Minuten alle wichtigen Sehenswürdigkeiten gesehen. Für Sonntag pickten wir uns dann die Orte raus, an welchen wir den Bus verlassen wollten:

1. Penitentiary



Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Gefängnis, welches nun als Museum besichtigt werden kann. Auch wenn ein Schild darauf hinweist, dass hier mal restauriert wurde, ist davon eigentlich nichts zu sehen. Kaum 40 Jahre außer Dienst, wirkt das ganze wie eine jahrhunderte alte Ruine. Interessant war es trotzdem. Sogar Al Capone saß dort ein.

2. Museum of Art



Hierbei stand weniger die Kunst im Vordergrund, als die Rocky Statue, welche vor dem Museum steht. Das Museum an sich ist aber auch ein Hingucker und die Aussicht von oben ist fantastisch:



3. Liberty Bell

Die "Freiheitsglocke" ist ein nationales Symbol. Sie läutete nach der Erklärung der Unabhängigkeit. Auch den ersten Senat und den ersten Congress (aus der Zeit, als Philadelphia noch Hauptstadt war) kann man besuchen. Über alles wacht viel Security.



4. USS Wayne E. Mayer

Am Hafen von Philly gab es eine ungewöhnliche Sehenswürdigkeit. Die US Navy hatte dort am 10. Oktober ein neues Kriegsschiff in Dienst gestellt. Stolz, wie die Amerikaner auf ihre Armee sind, wurde dieses dann mehrere Tage lang öffentlich präsentiert. Dazu gehörten auch Besuchertouren. Die Sicherheitsvorkehrungen waren dabei relativ lasch. Überall um uns herum berichteten Soldaten stolz, welch tolle Zerstörungskraft das Schiff doch habe. Vor dem Besuch gab es immer ein Werbefilmchen der Army zu sehen. Dann sprach ein Veteran aus dem 2. Weltkrieg, welcher extra aus Kalifornien eingeflogen wurde.
Eine sehr interessante, aber für mich doch auch etwas makabere Erfahrung.



Außerdem haben wir noch ein Aquarium auf der anderen Seite des Delaware besucht. Dieses Ufer gehört dann schon zu New Jersey. Dazu haben wir die riesige Hängebrücke überquert, von der wir eine tolle Aussicht auf die Stadt hatten:



Insgesamt war es ein toller Tipp. Wir haben einen wahrhaften Sight Seeing Marathon hinter uns.

Wir haben auch ganz toll gegessen. Allerdings immer so spät, dass Mittag- und Abendessen eins wurden.

Viele liebe Grüße
Simon